Exzellente Projekte machen Spaß

Das Project Excellence Modell der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) als Ideengeber für erfolgreiche soziale Projektarbeit

Quellenangabe
Dies ist Teil 1 der Artikelserie „Das Project Excellence Modell der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement als Ideengeber für die Arbeit in sozialen Projekten“. Ursprünglich erschienen im  Corax Magazin für Kinder und Jugendarbeit in Sachsen, Ausgabe 4/2008, hier für die Online-Publizierung überarbeitet.

Die branchenspezifischen Projektmanagement-Schulungen im sozialen Umfeld werden von den Teilnehmern in der Regel mit einer gewissen Euphorie erlebt: es macht Spaß im Team mit den Seminarkollegen Ziele zu definieren, sich über die eigene Rolle und Verantwortung klar zu werden und danach komplexe Aufgaben in ihre Einzelbestandteile zu zerlegen – im Kopf entsteht ein klares Bild darüber wie eigene Projekte ablaufen sollten und die Gewissheit zukünftigen erfolgreichen Handelns.

Der Transfer des Gelernten in die Praxis der sozialen Arbeit fällt dann jedoch oftmals schwer – schon einmal deshalb, weil die Projektarbeit immer wieder neue, durch kein Training vorhersehbare Situationen entstehen lässt. Dazu kommt in vielen Fällen die ganz normale menschliche Skepsis gegenüber neuen Vorgehensweisen: Kollegen und Klienten waren nicht mit beim Seminar dabei und bezweifeln den Nutzen des Theoretischen. An dieser Stelle kann das im folgenden vorgestellte Project Excellence Modell der GPM helfen: es visualisiert in einer einfachen Übersicht neun Kriterien guter Projektarbeit und ermöglicht für die konkrete Problemsituation das „HineinSehen“ ins Detail. Weiterlesen

Project Excellence Kriterium 6: Kundenzufriedenheit

Was Projekte aus Sicht von Geldgebern und Endanwendern leisten

Mir selbst passiert dieser emotionalste Moment gewöhnlich nur einmal aller zwei Jahre: das Öffnen des Briefumschlags mit dem Feedback zur Lehrveranstaltung des vergangenen Semesters: wie werden die Studenten wohl diesmal die Arbeit ihres Projektmanagement-Dozenten beurteilen?

Theoretisch sind Lehr-Evaluationen eine gute Gelegenheit um zu erfahren, was bei den Studenten wohl an anwendbarem Methoden-Wissen hängen geblieben sein könnte. Leider haben die Benotungen dann meist weniger mit den fachlichen Anstrengungen des Lehrenden zu tun und reflektieren vorrangig den organisatorischen Ablauf der Lehre.

Das macht mich und die Kollegen nicht glücklich, ist aber für in die Vergangenheit gerichtete Zufriedenheits-Erhebungen normal, wie wir am Ende dieses Artikels sehen werden. Weiterlesen

Die Projektarbeit vereinfachen mit den ESF-Prozessen

e als Basis des ESF-Qualitätsmanagement

Quellenangabe
Dies ist Teil 5 der Artikelserie „Das Project Excellence Modell der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement als Ideengeber für die Arbeit in sozialen Projekten“. Ursprünglich erschienen im  Corax Magazin für Kinder und Jugendarbeit in Sachsen, Ausgabe 4/2009, hier für die Online-Publizierung überarbeitet.  Das in diesem Artikel betrachtete Kriterium heißt „Prozessorientierung“ und ist als Thema der sozialen Arbeit mittlerweile unter dem Begriff „ESF-Prozesse“ bekannt.

Der Europäische Sozialfond (ESF) wurde in den letzten Jahren zu einem der größten und wichtigsten Geldgeber für soziale Projekte von der Drogenprävention bis zur beruflichen Förderung von Jugendlichen mit Vermittlungshindernissen. Aufgrund mangelnder Nähe zwischen EU-Fördermittelgeber und der sozialen Arbeit vor Ort hat der ESF formale Prozesse zur Qualitätssicherung festgelegt. Die für beschäftigungsorientierte ESF-Projekte geforderten Projektmanagement-Prozesse lehnen sich dabei an internationale Qualitätsmanagement-Normen an (Zertifizierte ESF-Projekte nutzen dabei das EFQM-Modell der European Foundation of Quality Management – siehe [1]). Weiterlesen

Begriffsherkunft:
Die internationale Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001:2000 stellt fest „Ein gewünschtes Ergebnis lässt sich effizienter erreichen, wenn Tätigkeiten und dazugehörige Ressourcen als Prozess geleitet und gelenkt werden.“

Das Züricher „Institute for Total Quality Management“ beschreibt den Begriff „Prozess“ als „Eine Folge von Tätigkeiten, die Wertschöpfung erbringt, indem sie aus einer Input- Vielfalt den verlangten Output erzeugt.“.

Praktisch formuliert:
Es gibt Regeln, wie was gemacht werden soll. Diese Regeln sind niedergeschrieben: entweder durch externe Vorgaben (z.B. das Abrechnungs-Verfahren gegenüber dem Europäischen Sozialfond) oder werden selbst festgelegt. Die schriftliche Dokumentation eigener Regeln soll die Selbstreflexion des Schreibers erzwingen, Kollegen-Feedback zu offensichtlichen Verbesserungs-Potentialen herausfordern sowie allen Projektbeteiligten Vorgehen und Sinn bestimmter Handlungsweisen verdeutlichen.